Vielleicht hörst du mich 

Ich kann dich nicht sehen.
 Vielleicht hörst du meine Worte,
 die nie das ausgesprochen haben,
 was sie wollten.
 Vielleicht ist es schon zu spät,
 dir das zu sagen,
 was ich dir nie sagen konnte.
 Jetzt berühre ich dein Grab mit meiner Hand.
 Die Erde fühlt sich kühl an.
 So wie du,
 als ich dich das letzte Mal berührte.
 Ich möchte dir sagen,
 dass ich dich immer geliebt habe,
 auch wenn ich es dir nie sagen konnte.

© Kamilla-Maria Kowalski 


 
 

Am Grab meiner Frau

Nun stehe ich hier, an deinem Grab,
 dein gebrochener Mann und frage mich,
 ist das alles real.
  
 Der Trauerkranz liegt noch da,
 die Blumen welken bald.
 Durch einen Schleier aus Tränen
 sehe ich dich vor mir stehen.
 Du bist glücklich, du lachst.
 So, wie du immer gelacht hast.
  
 Was soll ich unseren Kindern erzählen,
 abends, wenn sie schlafen gehen?
 Du sagst, ich soll nicht traurig sein,
 alles ist vergänglich, ich muss das verstehen.
  

 Ich lege wieder frische Blumen auf dein Grab,
 weiße Rosen habe ich dir mitgebracht,
 als Symbol meiner Liebe zu dir.
Auch wenn du nicht mehr hier bist,
 du bleibst für immer bei mir.

 
© Kamilla-Maria Kowalski 


Meine letzten Worte

Bald gehe ich durch das Himmelstor,
 die Stimmen werden mich begrüßen,
 singend im Chor.
  
 Schaut mich nicht so an,
 ich kann euch nicht sagen,
 wie viel Zeit wir noch haben.
 Ich sehe nur die Uhr, 
 meine leise Todesfigur.
  
 Dankend möchte ich meinem Leben
 Lebewohl sagen, all den Stunden, 
 Tagen und Jahren,
 den Augenblicken, die ich nie vergaß.
  
 Dankend möchte ich euch den Rest 
 meiner Liebe geben,
 euch jeden Fehler, 
 jeden Zwiespalt vergeben.
 Danken möchte ich euch für eure Liebe 
 und die gemeinsame Zeit.
 Trauert nicht um mich, 
 mein neues Leben ist nicht mehr weit.
  
 Auch wenn ich jetzt Wehmut empfinde,
 bleibt noch etwas bei mir, 
 geht noch nicht fort.
 Ich werde eure Liebe bis in den Tod tragen
 und darüber hinaus.

© Kamilla-Maria Kowalski 

Im Nebel

Strecke deinen Arm aus.
 Siehst du den Nebel,
 dort am Waldrand?
  
 Ich weiß, es ist kalt,
 sei nicht bedrückt.
 Strecke deinen Arm aus,
 ich komme zurück.
  
 Ich weiß, es ist dunkel,
 geh bitte hin.
 Noch einen Schritt,
 den zweiten Schritt.
  
 Geh zu dem Nebel,
 berühre ihn.
 Hab keine Angst,
 ich bin bei dir.
  
 Noch ein paar Schritte,
 bald bist du da.
 Strecke deinen Arm aus,
 berühre ihn.
  
 Ich weiß, er ist dicht,
 hab keine Angst.
 Hinter dem Nebel,
 da gibt es Licht.
  
 Tauche nun ein,
 strecke den Arm,
 berühre mich.

 © Kamilla-Maria Kowalski 

 

 

Der Tod

Nun liege ich hier, still ist es geworden
 in meinem Sterbebett.
 Sie trauern um mich, 
 ihre Gesichter sind nass,
 sie reden vom Tod.
  
 Er steht neben mir, ich schaue ihn an,
 sein freundliches Lächeln nickt
 und sagt, du bist dran.
  
 Fürchte dich nicht, wir gehen zusammen
 in das ewige Licht.
 Und die, 
 die da weinen und trauern um dich,
 sie werden hier bleiben, 
 vergessen dich nicht.
  
 Doch auch ihre Zeit wird kommen,
 ich werde sie holen.
 Keiner kann mir, dem Tod, entkommen.
  
 Ich schaue in sein entspanntes Gesicht,
 er sitzt neben mir, verlässt mich nicht.
 Er berührt meine Hand, streichelt sie sanft.
 Ich werde ihm folgen in das ewige Land.
  
 Ich spüre den Frieden, er ist nicht weit.
 Frage den Tod, gehen wir bald?
 Er berührt mein Gesicht, streichelt es sanft.
 Ich sehe das Licht, wir sind im ewigen Land.

© Kamilla-Maria Kowalski 

 
 


Alle auf dieser Internetpräsenz verwendeten Texte und Bilder sind urheberrechtlich geschützt.