Der Fliegenpilz mit dem bösen Blick 

Er wachte auf, es klopfte an seiner Tür.
Schwerfällig plumpste er aus seinem Bett.
Sein Kreuz tat weh, er fühlte sich wie ein Brett.
 
Noch blind vom Schlaf tapste er Richtung Tür 
und sah durch den Türspion 
den "Fliegenpilz mit dem bösen Blick"
in voller Jogging-Montur.
 
"Ich weiß, dass du da bist, Troll!
Mach auf, ich habe keinen Groll!"
 
Frustriert machte der Troll ihm auf.
Fassungslos sagend, "Wie bist du denn drauf? 
So früh störst du meinen Schlaf
und holst mich aus meinem Gemach?
Aber dein Fitness Outfit begeistert mich sehr,
wo hast du es her?"
 
Da schaute ihn der "Fliegenpilz mit dem bösen Blick" an,
"Er hing draußen zum Trocknen und zog mich in seinen Bann.
Dem Waldgeist habe ich diesen Jogger geklaut.
Ich war flink, raffiniert und auch nicht zu laut.
Der Waldgeist hat nichts gemerkt, 
ich fühle mich sehr geehrt. Ich bin der Fliegenpilz mit dem bösen Blick
und kenne jeden Trick."
 
Der Pilz lobte sich weiter in höchsten Tönen,
nichtsahnend, dass der Waldgeist hinter ihm stand,
mit einer Rute in seiner Hand.
 
© Kamilla-Maria Kowalski


Die Memoiren eines Fliegenpilzes

 Man kennt mich schon. 
Ich bin der Fliegenpilz mit dem bösen Blick.
Ich komme immer nach Hause zurück.
Die Menschen wollen mich nicht essen,
sie haben mich schon fast vergessen.
 
Sie wissen genau, 
vermutlich bringe ich den Tod,
 bin nun mal rot.
Meine anderen Kollegen, 
die werden schnell gegessen.
Ich möchte mich an deren Erfolg eher nicht messen.
 
Mein bester Freund ist der Troll.
Ich finde ihn eigentlich nicht so toll.
Ich muss nicht jeden mögen,
müsste sonst immer lügen.
 
Was ich nicht verstehe,
die Menschen sehen in mir ein Glückssymbol.
Ich fühle mich eher wie der Gegenpol.
Pflanze werde ich auch genannt.
Ich finde solche Begriffe zu riskant.

 © Kamilla-Maria Kowalski






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