Zwischen den Gezeiten 

Da, wo die Welt endet,
 beginnt meine Liebe.
 Ich sehe dich zwischen den Gezeiten
 meiner Sehnsucht,
 im Licht des Lebens,
 als kleinen Punkt am Horizont.
 Deinen Namen rufend,
 laufe ich dir entgegen.
 Die Welt hält mich auf.
 Dich nicht mehr erkennend,
 bleibe ich stehen.
 Vielleicht versuche ich es am nächsten Tag. 
Vielleicht.
 
 © Kamilla-Maria Kowalski 

 Wo warst du 

Sprich, Liebe, sprich.
 Wo warst du,
 als der Regen auf mich niederfiel?
 Wo warst du in dem Augenblick,
 als er von mir ging?
 Ich sah dich weit im Nebel,
 im Tal meiner Tränen,
 in diesem einzigen Augenblick.
 Da war nur Leere ohne dich,
 sonst nichts.
 Sprich, Liebe, sprich!
 Wo warst du an diesem Tag,
 als er von mir ging?
 
© Kamilla-Maria Kowalski 

 

 Die Erkenntnis 

Ich weiß, wir lebten in verschiedenen Welten.
 Du wolltest die Welt sehen,
 ich im Verborgenen leben.
 Du bist damals einfach gegangen.
 Seitdem sind so viele Jahre vergangen.
 Wir versuchten miteinander zu sprechen.
 Unser Schweigen konnten wir 
 jedoch nie brechen.
 Vielleicht hast du manchmal 
 an mich gedacht.
 Vielleicht hat es dir nichts ausgemacht.
 Was ist uns geblieben, frage ich mich.
 Das Leben hat uns verändert. 
Ich erkenne dich nicht.
 
© Kamilla-Maria Kowalski 

Die Zerstörung

Worte, die dich verletzen.
 Worte, die dich mitten ins Herz treffen.
 Wunden, die daraus entstehen.
 Wunden, die niemals heilen.
  
 Tränen, die die Augen umhüllen.
 Tränen, die nie vergessen werden.
 Blut, das beginnt zu fließen.
 Blut, das alles befleckt.
  
 Das Gute wird zum Schlechten.
 Das Lachen wird zum Weinen.
 Die Liebe wird vergessen.
  
 © Kamilla-M. Kowalski 

 Im Wind 

Ich höre dich, Wind.
 Du hast deine Gedanken zu mir getragen.
 Gedanken, die klagen.
 Ich kann nicht mehr zurück.
 Nicht an diesen Ort.
 Wo die Liebe blutverschmiert in der Ecke liegt.
 Er und ich, wir haben sie bekämpft, 
gefoltert und besiegt.
 Dann haben wir sie gemeinsam zu Grabe getragen.
 Wir können nicht zurück.
 Da ist nichts.
 Nur das Rauschen der Blätter,
 wenn du das Grab besuchst.

© Kamilla-Maria Kowalski 



 

 Im Krieg 

Lauft, meine Gedanken,
 holt ihn ein.
 Lasst ihn fühlen,
 ich bin nicht weit.
 Bevor der Krieg uns trennte,
 war er so nah.
 Jetzt nur sein Brief
 in meiner Hand.
 Die Seiten verschmutzt
 und blutverschmiert.
 Ich sehe die Spuren 
 seiner Tränen, 
während er schrieb.
 
 © Kamilla-Maria Kowalski 

 Die Natur

Ich brauche niemanden, 
 um zu lieben.
 Ich liebe die Natur.
 Immer wenn ich sie betrachte,
 gibt sie mir Lebensmut.
 Ich gehe spazieren in ihrer Umarmung,
 höre ihrem Flüstern zu.
 Sie spricht mit den Bäumen,
 mit allen Tieren,
 ich gehe auf sie zu.
 
 Stolz zeigt sie mir ihre Wunder,
 ich schaue sie mir an.
 Es gibt keinen Menschen, 
 der solche Wunder vollbringen kann.

© Kamilla-Maria Kowalski 


  
 
 

 Die Sehnsucht 

Verschleiert ist die Gegend, 
in der sie sich begegnen.
 Bald wird es aus dunklen Augen 
Tränen regnen.
 Stunden im Nebel werden zu Sekunden, 
 Geister der Unsicherheit drehen 
ihre Runden.
 Gesten und Gebärden, 
die Erinnerung werden.
 Sechs Tage im Himmel, 
einen Tag auf Erden.
 Zwei verstörte Seelen spüren der 
Liebe Macht.
 Ihre Sehnsucht, 
in der Tiefe der Nacht.

  © Kamilla-Maria Kowalski 

 

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