Im Frühling

Frühling,
 lass mich deinen Atem spüren.
 Berühr mich mit deinem Erwachen,
 lass mich dich fühlen,
 lass mich mit dir lachen.
 Mein Geist war nicht frei
 von all den Gedanken,
 die Tage waren dunkel,
 ich fühlte mich gefangen.
 Dann sah ich die ersten Blumen
 auf der Wiese blühen,
 ich bin hingegangen,
 wollte dich berühren.

© Kamilla-Maria Kowalski 
 

 

Das Sonnenkind

Oben in den Wolken, 
 da sitzt das Sonnenkind.
 Sein strahlendes Lachen getragen vom Wind.
 Es sitzt und es blickt auf uns 
Menschen herab,
 sein rundes Gesicht zum Leben erwacht.
  
 Es lächelt vor Freude und wiegt sich im Wind,
 "Ihr Menschen da unten, seht ihr mich nicht?
 Ich gebe euch Hoffnung, 
mein Lachen, mein Glück!
 Ich gebe euch Wärme, ich gebe euch Licht!
 An Tagen wie diesen, seht ihr mich nicht?
 Ich schenke euch Liebe, Vertrauen und Mut!
 Die Erde berührend mit meiner Glut." 

© Kamilla-Maria Kowalski 

Der weinende Mann

Ein Mann darf nicht schwach sein,
 haben sie mir gesagt.
 Ein Mann darf nicht weinen,
 "Habe ich euch gefragt?"
  
 "Wir sind die Stimmen des Volkes!",
 und sie haben gelacht.
  
 "Bin ich fern der Gefühle?",
 habe ich wieder gefragt.
  
 Sie musterten mich und meinten,
 "Du hast im Leben versagt!"
  
 Ihnen den Rücken zukehrend, 
 ging ich von ihnen fort.
 Ihre Stimmen liefen mir nach,
 verspottend mit Hohn.
  
 Ich nahm all meinen Mut
 und drehte mich um.
 In ihren Augen sah ich nur Wut.
  
 So blieb ich stehen und sagte kein Wort.
 Sie schauten mich an,
 und brüllten,
 "Geh fort!"
 
© Kamilla-Maria Kowalski 

Der Mensch

Mensch, deine Unsterblichkeit ist endlich,
 dein Körper dem Zerfall geweiht.
 Im Handeln erschaffst du dein Vermächtnis,
 tanzt im Rausch des Lebens auf hohen Podesten.
  
 Dem Neid, der Gier und der Falschheit
 streckst du deine Arme entgegen.
 Triumphierend tanzen sie mit dir weiter,
 tanzen den Tanz deines Lebens.
  
 Sie flüstern dir zu, machen Versprechen.
 Berauscht und beglückt von all den Gedanken,
 wippst du zur Melodie ihres Verderbens,
 Leid hinterlassend.
  
 Doch die Stunde wird kommen,
 wenn die Kräfte dir schwinden,
 wird es still um dich werden,
 die Melodie wird verklingen.
  
 Der Neid, die Gier und die Falschheit,
 deine treuen Begleiter,
 sie werden verstummen
 und der Tanz geht nicht weiter.
  
 © Kamilla-Maria Kowalski

 

Der Tod im Wald

Seit dreihundert Jahren stehe ich hier,
 meine Äste sind alt und schwer.
 Meine Wurzeln sind fest mit der Erde vereint,
 heute sehe ich meinen Feind.
 Schon in der Ferne erscheint er mir,
 in seinem Herzen trägt er die Gier.
 Er bleibt vor mir stehen,
 begutachtet mich,
 um mein Leben flehen werde ich nicht.
 Sehe meine Brüder und Schwestern,
 sie schaukeln im Wind.
 Sie weinen um mich,
 unser Sterben beginnt.
 
© Kamilla-Maria Kowalski

Der Künstler

Die Kunst ist sein Leben.
 Seine Gedanken sind Visionen.
 Die Visionen sein Antrieb.
 Sein Geist ist frei.
 Von der Macht seines schöpferischen 
 Denkens gepackt,
 erschafft er Neues für die Welt.
 Im Licht der Dämmerung
 vollbringt er sein Werk.
 Wir schauen ihm zu,
 bewundern sein Tun,
 zollen ihm Respekt.
 Er macht unser Leben nicht nur bunt,
 sondern auch lebenswert.
 
© Kamilla-Maria Kowalski

 Die Erinnerung 

Der Schnee ist geschmolzen,
 der Winter gegangen.
 Die eisige Kälte hat der Wind mit sich gerissen,
 und die helle Wärme gelassen.
  
 Ich spüre sie an meinem Körper,
 der nicht mehr vor Kälte zittert,
 und genieße dieses Gefühl,
 das mich an damals erinnert.
  
 Die ersten Sonnenstrahlen sehe ich
 an diesem Tag,
 sie suchen sich ihren Weg durch die Wolken,
 ich blicke zum Himmel.
  
 Ein leichter Wind,
 der mein Haar durchstreift,
 ein schwacher Sonnenstrahl,
 der mein Gesicht umhüllt,
 ein altes Gefühl,
 das mein Herz berührt.
 
 © Kamilla-Maria Kowalski


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